Di

20

Jul

2010

Zeitarbeit: Garantiere Sicherheit und Fairness durch Verbandszugehörigkeit?

 

In Zeiten des schlechten Images der Zeitarbeit, gekennzeichnet durch Lohndumping und andere Verstöße, versuchen die Unternehmensverbände den Kunden ihrer Mitgliedsbetriebe Vertrauen und Sicherheit durch die Zugehörigkeit zu dem einen oder anderen Verband zu signalisieren.

 

So weist der BZA auf seine vierzig jährige Erfahrung hin, die "Sicherheit und Vertrauen schafft, wovon Mitarbeiter und Kundenbetriebe profitieren." Der iGZ wirbt seinerseits mit vorbildlich praktizierter Zeitarbeit seiner Mitglieder, die "fair, sicher und flexibel" für Kundenbetriebe und Mitarbeiter ist.

 

Aber wie belastbar sind diese Werbeaussagen? Sollten Kundenbetrieb wirklich darauf vertrauen?

 

Die Arbeitgeberverbände sind Tarifparteien, unterstützen ihre Mitglieder in Rechtsfragen, leisten Lobbyarbeit, informieren und bieten Seminare an. Aber wie wollen sie Entleihern garantieren, dass diese vor immateriellen und materiellen Schäden durch z.B. Lohndumping und Durchgriffshaftung geschützt sind?

 

Wer Doppelanwender mit DGB- und christlichen Tarifverträgen in seinen Reihen hat, der kann nicht behaupten, dass Kunden seiner Mitgliedsbetriebe vor Durchgriffshaftung sicher sind - vorausgesetzt die Tarifunfähigkeit der christlichen Tarifverträge wird Ende des Jahres durch das Bundesarbeitsgericht bestätigt. Auch Tarifwechsler, die in diesem Jahr zu den Verbänden mit DGB-Tarifvertrag wechseln, verbreiten Unsicherheit und erhöhen das Risiko von Kundenbetrieben.

 

Die Aussagen zur fairen und sicheren Zeitarbeit sind nur dann für Entleiher wirklich belastbar, wenn als „Garantie“ eine qualifizierte und validierbare Überprüfung der Zeitarbeitsfirmen, z.B. mit dem Qualitätssiegel Zeitarbeit erfolgt. Nur so wird das Risiko für die Kundenbetriebe minimiert.

 

Blumige Aussagen werden durch Gegenbeispiele aus der Praxis regelmäßig widerlegt. Eine Verbandszugehörigkeit ist also kein Freibrief für saubere Zeitarbeit.


Trackback-Url für diesen Artikel


Trackbacks / Pingbacks: 0

Kommentar schreiben

Kommentare: 1

  • #1

    sleepy (Montag, 26 Juli 2010 15:43)

    Die Verbände geben sich seriös aus:
    "Das Image der Zeitarbeitsfirmen war lange nicht das Beste. Deshalb haben sich die seriösen Betriebe der Branche organisiert und sind in aller Regel Mitglied im Bundesverband der Zeitarbeitsfirmen (BZA) oder im Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) organisiert" schreibt der IGZ. Sieht man sich die Zeitarbeitsampel an, dann weiß man , was von dieser Aussage zu halten ist.

  • loading