Do

01

Jul

2010

Zeitarbeit im Licht der IAB -Studie

Das IAB hat herausgefunden, dass nur 7% der vormals Arbeitslosen nach ihrer Tätigkeit in der Zeitarbeit eine feste unbefristete Stelle außerhalb der Branche finden. Die Brückenfunktion der Zeitarbeit, so der Tenor in vielen Medien, sei somit also nur gering. Zugleich sei Leiharbeit jedoch die bessere Alternative zur fortgesetzten Arbeitslosigkeit. 

Der Erhebung zufolge waren 25 Prozent der Leiharbeiter im Zweijahreszeitraum vor ihrer befristeten Beschäftigung mindestens ein Jahr arbeitslos. Im Zweijahreszeitraum nach der Zeitarbeit waren nur noch 17 Prozent ohne jegliche Arbeit. Schlecht für die Zeitarbeit ist jedoch, dass über die Hälfte der Arbeitsverhältnisse innerhalb von 3 Monaten endeten.

Die viel gerühmte "Brückenfunktion" hat sich daher nicht bewahrheitet. Der Weg führt aus der Arbeitslosigkeit für die Hälfte der Beschäftigten direkt wieder in die Arbeitslosigkeit - häufig mit der Folge, dass der ALG  I Bezug durch die teilweise sehr geringen Löhnen niedriger ist und für viele Zeitarbeit der Weg in die Armut ist.

Zeitarbeit als „Beschäftigungsmotor“ ? Hier fällt es schwer dies zu unterstreichen. Die Statistik vermittelt einen anderen Eindruck.

 

Zeitarbeit als Flexibilisierung ? Eindeutig ja, aber mit dem Effekt von „Hire und Fire“ bei 20 bis 25% niedrigeren Löhnen.

 

Zeitarbeit als Brückenfunktion? Für die meisten führt die Brücke aus der Arbeitslosigkeit in die Arbeitslosigkeit.

 

Die teilweise niedrigsten Löhne mit kritischen Dumpingtarifen und Lohndrückereien schaffen für viele Menschen keine Lebensgrundlage. Andererseits sind Gewinnerwartung so hoch, dass auch schon so genannte „Heuschrecken“ die Branche entdeckt haben.

 

So wird die Branche nicht aus der Imagekrise herauskommen.

 

Nachprüfbare Qualitätsstandards, Fairness und eine bessere Bezahlung ist hier der einzige Ausweg um das negative Image der Branche zu verbessern.

 

Norbert Fuhrmann

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