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07

Mai

2010

Timepartner in Kiel am Pranger

KIEL. Nein, dass es bei der Zeitarbeitsfirma Timepartner in Kiel so weitergeht, wie er es erlebt hat, möchte Joachim Müller (Name geändert) nicht. Deshalb macht er seine Erlebnisse als Personalvermittler des Unternehmens öffentlich, sagt er. Und berichtet von Arbeitnehmern, die nicht krank werden dürfen, von Menschen, die lieber auf Renten- und Arbeitslosengeldansprüche verzichten, als auf der Straße zu stehen.

Was ist dran an den Vorwürfen des ehemaligen Time partner-Mitarbeiters? 

Anfang 2008 sei er ins Unternehmen gekommen, berichtet der gelernte Bankkaufmann. Dort habe er sich um die Vermittlung von Berufseinsteigern und Langzeitarbeitslosen gekümmert. Eine Aufgabe, die dem damals 30-Jährigen eigentlich Spaß machte. "Es ging Schlag auf Schlag", erinnert er sich. Viele Leute seien auf Job-suche gewesen, verzweifelt zum Teil - und bereit, für eine Arbeitsstelle auch Nachteile hinzunehmen.

So sei die Machtposition entstanden, die das gewinnorientierte Zeitarbeitsunternehmen ausnutzte. "Wir bekamen von unserem direkten Vorgesetzten Anweisungen, die Arbeitssuchenden regelmäßig untertariflich einzustufen." Um den Betroffenen die Regelung schmackhaft zu machen, wurde ihnen Fahrgeld statt Lohn angeboten. "Am Ende habt ihr mehr Netto vom Brutto, war unser Argument." Ausdrücklich nicht erwähnen durfte Müller, dass die untertariflich bezahlten Kräfte die ihnen zustehenden Sozialabgaben nicht bekamen und damit Renten- und Arbeitslosengeldansprüche teilweise verloren. Als Müller entgegen der Vorschrift die genauen Vertragsvereinbarungen mit den Interessenten besprach, geriet er in die Schusslinie: "Der Niederlassungsleiter drohte mit allem Möglichen; dabei hatte er offensichtlich selbst Angst."

Überhaupt sei mit Angst gespielt worden. Müller: "Wer krank wurde, hatte Urlaub zu nehmen oder sein Arbeitszeitkonto zu belasten. Das gab es schriftlich als Arbeitsanweisung." Wer sich daran nicht hielt, bekam die Kündigung ins Haus, oder er "wurde jeden Tag 200 Kilometer durchs Land geschickt, täglich zu einem anderen Auftraggeber. Das reine Mobbing".

Harte Vorwürfe, die Timepartner zurückweist. Die Mitarbeiter würden nach geltendem Tarifvertrag eingestuft und auch so behandelt, sagt Aimée-Désirée Bauer, Prokuristin und Sprecherin des Unternehmens. Man sichere die Einhaltung von Gesetzen und Verträgen zu und ziehe bei Verstößen arbeitsrechtliche Konsequenzen. Auf Nachfrage bestätigt sie, dass der ehemalige Kieler Niederlassungsleiter dem Unternehmen nicht mehr angehöre. 

Was ist also dran an Müllers Vorwürfen? Gab es die beklagten Vorgänge überhaupt, und gehören sie nach dem Abschied des Kieler Niederlassungsleiters endgültig der Vergangenheit an?

Antworten gibt es bislang nicht. Klar ist aber, dass Timepartner unter Erfolgsdruck steht: Als 2006 der Finanzinvestor Investcorp aus Bahrain das Zeitarbeitsunternehmen mit Hauptsitz in Nürnberg mehrheitlich übernahm, waren die Versprechungen groß. Die Gewinnerwartungen des Käufers auch. Und Timepartner wuchs: Aus rund 5000 Mitarbeitern, die das Unternehmen an 50 Standorten beschäftigte, wurden über 6000 in 90 Niederlassungen. Dann die Krise: Heute spricht die Firma von rund 290 internen und 4500 externen Kollegen in rund 80 Niederlassungen. 

Und im März 2010 warnt ein Kraftfahrer, der bei Timepartner in Ostdeutschland war: "Macht einen Bogen um diese Firma."

 

Quelle: Wedel-Schulauer-Tageblatt

 

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Kommentare: 14

  • #1

    sleepy (Dienstag, 11 Mai 2010 10:46)

    Die Firma Timepartner ist mehrfach schon aufgefallen. Sie Steht auf der IGZ-Liste der Mitglieder hat aber auch einen Haustarif mit den Christen.

    Ein Beispiel für den fairen Verband IGZ

  • #2

    Norbert Fuhrmann (Dienstag, 11 Mai 2010 11:13)

    Timepartner war schon mehrmals unter Beschuss. Doppelanwendung ist bei der IGZ grundsätzlich ausgeschlossen.
    Ich werde den Vorstand des Verbandes informieren.

    Norbert Fuhrmann

  • #3

    sleepy (Dienstag, 18 Mai 2010 16:05)

    Timepartner wendet mehrere Tarifverträge an. Auch Christliche Gewerkschaftsverträge sind dabei. Beim IGZ sind die auch Mitglied. TP hat nur eine Homepage. Hier wird vernebelt, welcher Tarif gilt. Und der IGZ Verband stütz das noch!

  • #4

    Lucky (Mittwoch, 16 Juni 2010 11:35)

    Timepartner ist ein Zusammenkauf von vielen Zeitarbeitsfirmen. Da war jemand auf wüster Shoppingtour. Dementsprechend sind auch verschiedenste Firmen mit verschiedensten Tarifverträgen und unterschiedlichsten Firmenphilosopien zusammengewürfelt worden. Das rächt sich jetzt. Besser gefahren wäre man mit einem Multibrandingkonzept (Mehrmarkenkonzept) und statt Masse hätte man auf Klasse setzten sollen. Kurzgesagt mittelmäßige Betriebswirte auf Geldvernichtungstour. Die Goldgräberstimmung bei der Zeitarbeit ist hoffentlich zu ende.

  • #5

    Wario (Mittwoch, 22 September 2010 11:03)

    Ich war selbst schon bei Timepartner intern im Raum Worms, Mainz und Kaiserslautern beschäftigt. Das war von 2009 bis Mitte 2010, nach 14 Monaten beendete ich das Arbeitsverhältnis weil ich nicht mehr so mit meinen Mitarbeitern umgehen wollte und konnte.

    Die Anschuldigungen die o.g. sind sind wahr. Auch ich musste meine Mitarbeiter so behandeln von der Geschäftleitung wurde im grunde Krankheit immer mit einer sofortigen Kündigung begegnet. Oder dem Mitarbeiter musste Urlaub oder Freizeit gegeben werden.

    Mitarbeiter die nicht mitzogen wurden auf Einsätze verteilt bei denen Sie einfach 100-150 km fahren mussten.

    Ich kann nur jedem Bewerber empfehlen, sucht euch ein Zeitarbeitsunternehmen das im BZA ist, dort findet Ihr meist keine schwarzen Schafe.

    Ich empfehle jedem" Lasst die Finger von Timepartner"

    Timepartner "wasn´t" your best partner.

    Timepartner gehts um Profit.

  • #6

    Rippomann (Mittwoch, 15 Dezember 2010 21:11)

    der leste laden nie wiedr...lieber geh ich steppeln

  • #7

    Mausi (Dienstag, 21 Dezember 2010 11:54)

    Ich war auch über ein Jahr bei dieser Firma beschäftigt. Dann hat man mir nach falschen Unterstellungen die Kündigung gegeben. Das Verfahren läuft noch. Der Verein lügt doch nur. Das mit den Kranken ist leider auch heute noch gang und gebe bei denen und weil alle MA Angst um ihren Job haben, macht das auch jeder leider mit. Man sollte dieses Unternehmen verbieten. Das sind schon illegale Machenschaften.

  • #8

    Abaddon (Freitag, 28 Januar 2011 14:17)

    War auch ein halbes Jahr bei diesem Verein eingestellt. Wurde jeden Tag belogen und ausgenutzt. Da Ich aber nicht den Mund halten kann, wurde Ich jetzt entfernt. Lieber Hartz4 als diese verlogenen Bastarde. Die bezahlen sogar Spitzel um ihre Sklaven auszuspionieren, das ist keine vermutung sondern eine tatsache.

  • #9

    Udo Ehrlicher (Freitag, 16 September 2011 10:03)

    Ich war als Niederlassungsleiter kurze Zeit bei TimeP. in Thüringen angestellt und habe so meine Erfahrungen gemacht. Ständiges Kommen und Gehen in der Zentrale in Hamburg. Hoher Mitarbeiterverschleiß und wer nicht gleich springt wird gefeuert. Alles nur smarte grüne Fassade hinter der nur der absolute Profit zählt. Der Mitarbeiter steht in dieser Firma nicht im Vordergrund, sondern er wird gewaltig verschaukelt.
    Keine Qualität sondern wir wollen nur Schlagzahlen oder ,,Köpfe'' sehen, so redete mein Regionalleiter, der für die untere Hälfte von Ostdeutschland zuständig ist. Haben wir es nicht mit Menschen zu tun oder bewegen wir uns wieder zum Feudalismus !
    Übrigens die Führungsriege kommt überwiegend von Randstad.
    Sollte vielleicht selber einmal im Helferbereich für knapp sieben Euro arbeiten....... Halten Sie aber nicht durch !
    Übrigens über die Hälfte der NL-Leiter sind nicht mehr an Bord bzw. sind entsorgt wurden. Wahrscheinlich hatten diese doch eine soziale Ader oder auch Anstand.... .

    Fazit: > Nicht empfehlenswert <

    Viele Grüße

    Udo Ehrlicher

  • #10

    Heysel (Freitag, 18 November 2011 23:27)

    Ich kann mich den oben genannten Kommentaren nur anschließen. Bin seit knapp 2 Monaten bei Timepartner und bin froh da bald wieder draußen zu sein! Es reicht mir, die Arbeit wird sehr schlecht bezahlt und wird unter fadenscheinigen Begründungen ständig angetrieben noch mehr zu arbeiten! Die haben da ihre Tricks, spielt man das Spiel aber nicht mit so drohen sie einem häifig mit der Kündigung um dich unter Druck zu setzen.
    Man wird hier bewusst hinters Licht geführt, sie machen einem am Anfang die größten Versprechungen, hat man den Vertrag jedoch erstmal unterschrieben sieht alles wieder ganz anders aus.
    Sie arbeiten unprofessionell, wollen dich schon in die nächste Schicht schicken ohne deine vertraglich geregelten Ruhezeiten einzuhalten in der Hoffnung es Falle dir nicht auf! Schicken dich "ausversehen" in die Falsche Schicht damit sie noch mehr Geld auf deinem Rücken verdienen etc.

    Timepartner: NEIN DANKE

  • #11

    Athene (Donnerstag, 01 Dezember 2011 19:23)

    Habe mit denen auch verdammt dreise Dinge erlebt.
    Die haben die Mitarbeiter regelrecht verheizt, wenns dir nicht passt und tschüß der Nächste steht schon bereit. Haben krankgeschriebene Mitarbeiter angerufen ob sie nicht doch kommen könnten und lauter solche Geschichten.

  • #12

    TimePartner (Dienstag, 10 Januar 2012 16:15)

    Hallo an Alle,

    ich kann Euch alle sehr gut verstehen. Ich bin nach wie vor bei TimePartner, intern, beschäftigt. Ich habe viel von dem gehört, was Ihr erlebt habt. Aber es mit Sicherheit nicht ein TimePartner-Problem in Bezug auf "Wie wird mit Menschen/Mitarbeitern" umgegangen. Wirtschaftliche Vorgaben schliessen normalerweise eine Kommunkation auf Augenhöhe, Offenheit und Ehrlichkeit nicht aus. Wir versuchen dies in unserer Niederlassung umzusetzen und spielen mit offenen Karten und haben viele Mitarbeiter die a) bereits sehr lange bei uns beschäftigt sind und/oder b) auch gern zu uns zurückkommen, nachdem sie es zwischendurch woanders versucht haben oder man sich im freundlich/vernünftigen getrennt hat.

    Es besteht definitiv Verbesserungsbedarf, keine Frage. Aber es funktioniert auch bereits.

  • #13

    Ex-time Mitarbeiter (intern) (Mittwoch, 11 Januar 2012 11:49)

    Wenn es kein Timepartner-Problem ist, welches ist es denn dann ? Letztenendes ist die Firma hierfür verantwortlich, wie dieses im Unternehmen gelebt und nach aussen getragen wird. Der ständige Wechsel intern zeugt doch von keiner guten Qualität und Nachhaltigkeit im Unternehmen. Es besteht ständiger Verbesserungsbedarf, aber es geht um viel Kohle ! Und wenn die eingefahren ist, wird das Unternehmen wieder veräußert und ein neuer gieriger Geschaftsführer kann eingesetzt werden.

  • #14

    Ex-Interner TP (Donnerstag, 19 Januar 2012 19:02)

    ...kann mich den Vorrednern nur anschließen:

    Hire and Fire Mentalität. Nicht nur bei externen Mitarbeitern, sondern ebenso bei den internen.

    Bereits genannte Geschäftspraktiken sind tagtägliche Realität.(hohe Fluktuation intern wie extern, "falsch" abgerechnete (Krankheits-)Tage bei externen, "Vertrauensarbeitszeit" bei internen Mitarbeitern, die mit den gegenseitigen arbeitsvertraglichen Pflichten "Arbeitszeit=monatlicher Lohn" in keinem Verhältnis stehen, erwartete Rufbereitschaft, die weder vertraglich vereinbart wird noch vergütet, wenn geleistet (ebenso natürlich auch die Überstd.) usw.) .

    Ich habe VERSUCHT über diese unmotivierenden und frustrierenden Arbeitsbedingungen zu reden - war eh schon mit dem Thema TimePartner innerlich durch - und bekam prompt die SOFORTIGE Kündigung auf den Tisch.

    Es wird gesagt, dass man "anders" als andere Personaldienstleister ist, anders als der schlechte Ruf der Branche. Die gelebte Unternehmenspolitik und -kultur ist jedoch das komplette Gegenteil.

    Ich gebe dieses Statement nicht aus verletztem Stolz ab, sondern einfach weil ich ein soziales Gewissen habe und nicht finde, dass so etwas in einem Land wie Deutschland sein muss bzw. wenn es sein muss, dass es Realität sein sollte. Ich denke jeder Bürger hat die Pflicht, ob betroffen oder nicht, solche Informationen öffentlich zu machen, damit diese Unternehmen nicht Deutschland's Standard werden.

    Ich bin froh, dass ich dort weg bin!!!!!!

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